Ich hatte mir zwei Tage frei genommen um endlich mal wieder etwas mehr Zeit mit Paul zu verbringen. Während Arnold Zeit mit Familie und Freunden in
Graz verbrachte lernte
ich meinen Kleinen wieder etwas "neu" kennen. Eigentlich wollte
ich die Zeit ja nutzen um Nachts
abzustillen, aber es kommt erstens immer alles anders und zweitens als man denkt. Nach einem ruhigen Samstag wo wir nur
zwei Mal im Augarten waren hatte sich Paul irgendwie eine Erkältung eingefangen und war ganz arm
dran. Ich hab's da nicht über mich bringen können ihn auch noch diese (letzte)
Nahrungquelle zu versagen, wenn er denn schon sonst nichts g'
scheites gegessen hat. Irgendwie bin ich im Laufe dieser Nacht auch draufgekommen, dass ich eigentlich das Stillen auch noch selber brauche. Nun ja, vielleicht weniger das Stillen, als vielmehr die Nähe beim Stillen. Er ist zwar noch so klein aber es gibt nur mehr wenige Male wo er
kuscheln mag. Er ist halt ständig unterwegs und guckt hier, kriecht dahin, trägt dies herum, will das haben usw. Ich habe immer gedacht, dass Kinder bis zu ihrem sechsten Lebensjahr ganz automatisch
kuschelig sind... nun da habe ich mich getäuscht. Beim Stillen, wie auch immer, ist er noch mein kleines Baby (
seufz) egoistisch gedacht aber wahr. Also das möchte ich mir wirklich noch nicht nehmen lassen, Nachtfrieden hin- oder her. Der ist ja sowieso gestört jetzt wo unsere Nachbarn endlich ihre kleine
Isidora bekommen haben. Seit das Kind in die 30 Quadratmeter Wohnung eingezogen ist schreit es eh die meisten Nächte. Und es ist erst eine Woche alt...also das wird uns noch länger begleiten. Unsere Nachbarn haben schon ganz blutunterlaufene Augen.

Am Sonntag waren wir im
Bogi-Park (da habe ich aber keine Fotos gemacht). Zum
Indoor-Spielplatz fahren wir von Daheim fast 45 Minuten und dafür schaut er doch auch ein bisschen
grindig aus. Aber die Auswahl an
Spielgeräten ist riesig und Paul hat es trotz des ganzen Trubels -Sonntagnachmittag wird der Park von Geburtstagspartys gestürmt - gefallen. Er ist gerutscht, hat versucht andere Kinder zu küssen, hat Bälle durch die Gegend getragen und hatte am
Ende ganz rote
Bäckchen. Aber vielleicht waren die Backen auch nur eine Vorwarnung für das heftige
Zahnen in der Nacht von Sonntag auf Montag? Wer weiß... Am Montag habe ich ihn schon früh eingepackt und wir sind in den Zoo gegangen. Der Tag war schön und der Tiergarten Schönbrunn noch recht leer. Wir haben da schon unsere Routine: Erst das Aquarium (siehe Foto), dann die Vögelhäuser und die Affen, weiter zu den Pinguinen und Robben, durch das Tropenhaus durch und an den
Nashörnern vorbei zum Spielplatz und dann langsam
retour. Diemal haben wir sogar zweimal die
Walroßfütterung mitbekommen und einmal auch die der Pinguine. Daheim haben wir
noch viel gespielt und den Fernseher habe ich jetzt immer abgedreht gelassen. Ich bilde mir auch ein, dass Paul dann tendenziell besser zum Einschlafen zu bewegen ist (auch wenn das mit dem Durchschlafen jetzt nie so geklappt hat). In der Nacht hat er viel geweint und ist dann irgendwann so halb über mich
gerobbt und so eingeschlafen. So
niiiiiiiedlich.
Am Dienstag waren wir wieder mal im Augarten. Es war ganz neblig draußen und wir waren ein paar von Wenigen die sich bei diesem trübfeuchten Wetter dahin gewagt haben. Hier einer der Spielplätze:

Paul findet ja, dass Hunde und Krähen das Interessanteste ist was es so gibt. Ja, besser noch als Löwen. Um ihm eine Freude zu machen - und ganz entgegen jeder Parkpädagogik - habe ich Tauben
und Krähen mit Brotkrumen angelockt und Paul machte staunend "
Uhuiii Uhuiii" - er war nicht so gut drauf. Hier hat sich wahrscheinlich der Schlafmangel der vergangenen zwei Nächte niedergeschlagen. Als ich ihn jedenfalls wieder aus dem Park schob schlief er schon ganz fest in seinem neuen
Buggysack. Ach ja, Samstag waren wir auf diesem Kinderflohmarkt von Kind&Kegel wo ich nicht nur Schlafsack sondern auch Plastiknahrung, Schiebelader,
Thermostrumpfhose,
Holzmemory und Schuhe erstanden hatte. Während ich im Raum 3 stöberte marschierte Paul irgendwo durch Raum 1 und 2 - er ist wirklich recht unerschrocken was das anbelangt. Hier guckt er gerade den Krähen nach "
Huiii":
Dienstagnachmittag hatte ich
uns für den
Zoom-Ozean angemeldet. Paul hatte fast zwei Stunden zu Mittag geschlafen und zeigte sich danach völlig
unbeeindruckt von meiner
Gemüseanbiederung. Irgendwie verweigert er seit einiger Zeit recht viele
Nahrungsmittel. Also Butter, Marmelade und Buchstabennudelsuppe sind
OK. Manchmal geht auch noch Banane und Reisschleim. Karotte, Erbsen, Tomaten, Thunfisch und sonstetwas anderes geht aber GAR NICHT mehr. Da schüttelt er nur vehement den Kopf und meint "
Nei Nei Nei!" und wenn ich ihm dann doch etwas
unterjuble dann wird es bald wieder ausgespuckt "
Bähhh!". Also war ich auf unserem Wochenmarkt und habe Süßkartoffel, Aubergine (
Melanzani) und
Zucchini gekauft. Um sicher zu gehen, dass ich ihm da nichts mische was er dann vielleicht nicht mag, habe ich alles separat gekocht und zerkleinert, hab
Dinkelhirse mit Suppe gekocht und habe letztendlich alles in verschiedenen Variationen miteinander kombiniert. Was ist? Nichts mag er! In meiner Not habe ich ihm dann noch schnell eine Buchstabennudelsuppe gekocht. Bei so viel
Buchstabennudeln sollte er doch bald auch mal "Mama" sagen können. Wie es so ist: "Papa" sagt er eh schon ganz routiniert - der kleine Verräter ;-) Hier im Ozean:

Im Ozean kann man eine Stunde lang mit allerlei fantasievollen "Meeresdingen" spielen. Über eine Rampe geht es zum U-Boot und Schiffsdeck hinauf. Ich zwängte mich mit ihm auch durch ein kleines Rohr welches in eine dunkle Kammer führte die mit einer Wasserbettmatte ausgelegt war. Vielleicht hat es ihn an den
Geburtskanal erinnert? Paul wurde jedenfalls ganz wild da drinnen.
Irgendwie schaffte ich es dann doch ihn (und mich) wieder da raus und in die harmlosere Wasserwelt zu befördern.
Puhh - ich hatte schon befürchtet, dass er da drinnen einen Herzinfarkt bekommt, so hat er getobt. Draußen war dann alles gut: es gab viel zu schauen und zu berühren und 2-3 andere Kinder waren auch in einem ähnlichen Alter wie er.
Spät am Abend war der Arnold dann auch wieder da und bei Paul stand diese Nacht "
Halsweh" auf dem Programm. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, dass es mal Nächte
gegeben hat wo nicht irgendetwas los war.

Dieses Foto ist schon zwei Wochen alt. Paul trinkt aus einer Tasse und Rundherum sieht man unsere verwüstete Wohnung. Aber dazu sollte der Arnold mal mehr schreiben. Der meinte schon, dass wir unsere
Couch ganz sicher nicht mehr zur Verfügung stellen sollten. Ich hatte mich da ganz enthusiastisch registriert (
julesandfam) und auch gleich zwei Anfragen bekommen. Gottseidank hatte ich mir mit dem Antworten dann aber doch so viel Zeit gelassen, dass die dann
jeweils eine andere
Couch gefunden haben. Drei Chinesinnen auf der
Couch wäre zwar interessant. Wäre es aber auch praktikabel? I
doubt it!!!
Liebe Grüße aus dem nebeligen Wien
Julia